Realschulwolke

Die neue Lernplattform „Realschulwolke“

Hier sind erste Ideen, wie sich das digitale Lernen an der Realschule Übach-Palenberg zukünftig entwickeln könnte.

Unterricht und Lernen im Klassenraum bedeutet meistens, vorne erklärt einer was, im Raum sitzen andere, die fragen, antworten, weiterdenken. Gleichzeitig macht einer eine Skizze oder ein Protokoll, das dann alle abschreiben. Gespräche entstehen, Fragen werden sofort beantwortet, man diskutiert, lacht und manchmal gibt es sogar Applaus.

Homepage und Cloud sind Medien zum Digitalen Lernen.

Bisher werden auf der Homepage Angebote zum Selbstlernen gemacht. Aber dort kann man keinen sehen, niemandem etwas sagen, nichts aufschreiben / -zeichnen. Man kann später anderen zeigen, was man gemacht hat, aber auf die Lösung muss man meistens mindestens einen Tag warten. Die Reaktion ist also verzögert, keiner lobt sofort, keiner freut sich sofort mit, man braucht ganz viel eigene Motivation.

In einer geschlossenen Lernumgebung / Cloud ändert sich daran zwar einiges, das Prinzip bleibt aber gleich. Auch hier muss der Lernende sich erst einmal selbst motivieren, zusätzlich gibt es aber Möglichkeiten zum kooperierenden Lernen.

Auf der Homepage gibt es inzwischen sehr viele Angebote. Diese sind für alle Menschen auf der ganzen Welt sichtbar und herunterladbar, d.h. Lehrer in Alaska könnten die Arbeitsaufträge, die ein Lehrer hier gegeben hat, auch im Unterricht verwenden, oder Schüler aus Flensburg könnten die Lösungen für ihre Hausaufgaben im Workbook hier finden. Aber niemand kann verfolgen, wer die Aufgaben ansieht, oder wie oft sie angeschaut oder kopiert werden.

Die Angebote sind zwar geordnet, aber jeder sieht alle Angebote. Es ist nicht möglich, Dokumente nur einzelnen, z.B. den Lehrern, zu zeigen. Aufgaben und Lösungen stehen nebeneinander.

Bevorzugtes Format jetzt sind pdf-Dateien, weil sie immer gleich aussehen, egal mit welchem Programm man sie öffnet, und nicht verändert werden können. Die Arbeitsblätter sind nicht direkt am Computer zu bearbeiten, aber man kann sie ausdrucken oder in ein Textverarbeitungsprogramm kopieren, in das man dann schreibt. Diese Bearbeitung bleibt auf dem eigenen Rechner, es kann sie kein zweiter oder sogar eine Gruppe weiter verbessern und sie wird nicht wieder hochgeladen.

Es ist keine direkte Nachfrage möglich, weil es keine Messenger- oder Kommentarfunktion gibt. Deshalb gibt es auch keinen Austausch, kein gegenseitiges Helfen, keine Absprachen. Verabredungen zum gemeinsamen / zeitgleichen Arbeiten sind nur bedingt möglich. Alle Reaktionen erfordern einen Umweg über Email oder Telefon.

Die Cloud hat gewisse Ähnlichkeit zur Homepage. Man erreicht sie mit einem Browser (Firefox, Chrome...) von einem internetfähigen Gerät (Handy, Tablet, Computer...). Sonst braucht man keine zusätzliche Software.

Anders als bei der Homepage muss man sich aber auf der Internetseite der Cloud mit einem Namen und einem Passwort anmelden. Diese Anmeldedaten bekommt nicht jeder, nur Lehrkräfte und aktuelle Schüler*innen der Schule. Damit kann unter bestimmten Bedingungen nachverfolgt werden, wer wann wie oft und wo in der Cloud Sachen anschaut, bearbeitet, herunterlädt oder auch Neues wieder hoch lädt.

Jeder hat nur Zugang zu bestimmten Seiten, d.h. jeder ist Mitglied in bestimmten Gruppen. Nur diese Inhalte sieht man. Ein Schüler beispielsweise aus der Klasse 5a ist im Moment Mitglied in den Gruppen Klasse 5a, Jahrgang 5, vielleicht noch SV, wenn er Klassensprecher ist. Alle Lehrkräfte und Schüler*innen sind Mitglied der Gruppe PZ (Pädagogisches Zentrum), das soll so eine Art Aula / Pausenhof sein.

Es gibt Angebote in Form von Apps, die alle nutzen können, z.B. verschiedene Bibliotheken. Diese können Sachen zum Lesen, Musik, Videos oder Fotos enthalten. Es gibt einen Dokumentenleser (pdf-Viewer) und einen Mediaplayer. Außerdem gibt es die Möglichkeit, eine Chatgroup zu beginnen (mit strengen Regeln). Alle Schultermine finden sich im Kalender, ein Klassenarbeitskalender wäre wieder möglich.

Hinter den einzelnen Gruppen verbergen sich weitere Sammlungen von Angeboten. Verantwortlich für die Pflege der „Gruppenräume“ sollten Lehrkräfte sein, meist der Klassenleiter, aber auch die Fachlehrkräfte.

Ähnlich wie auf der Homepage stehen hier Dokumente mit Lernangeboten, die die Lehrkräfte erstellt haben oder die eingekauft worden sind. Gekaufte Materialien dürfen nur innerhalb der geschlossenen Umgebung genutzt werden, sie dürfen zum großen Teil nicht heruntergeladen und weiterverbreitet werden. Aber dafür sind sie auch oft etwas aufwendiger gemacht.

Die Dokumente brauchen allerdings nicht ausgedruckt werden, sondern sind in einem eingebauten Textverarbeitungsprogramm bearbeitbar. Wer sie bearbeitet hat, kann seine Version abspeichern. Gleichzeitig ist es möglich, dass mehrere an einem Dokument gleichzeitig arbeiten und dieses dann für eine Gruppe abspeichern. Auch die Lehrkraft kann sehen, wie gearbeitet wird und helfend eingreifen.

In der Cloud kann man sich auch anders zum Lernen verabreden. Neben der gleichzeitigen gemeinsamen Bearbeitung von Dokumenten ist auch eine Konferenzschaltung möglich, sodass sich mehrere Menschen sehen und miteinander sprechen. Chats sind auch möglich.

Was nicht geplant ist, ist, dass man einem Lehrer live dabei zusieht, wie er unterrichtet, dass der Lehrer einen auch sieht, und dass man sich vor dem PC sitzend mündlich am Unterricht beteiligt. Es bleibt bei Lernangeboten für das Selbststudium, aber mit mehr Rücklaufkanälen als bisher.

Gerade jetzt in der Krise bieten viele Firmen an, für Schulen kostenlos eine Cloud aufzusetzen, d.h. man nimmt eine Cloud-Umgebung und füllt sie mit Inhalten (Gruppen, Apps etc.).  Das ist viel Arbeit und wahrscheinlich müssen die meisten Firmen irgendwann Geld dafür verlangen. Wenn man aber als Schule so etwas hat, will man es ja nicht mehr verlieren oder alles neu aufsetzen – also zahlt man, jeden Preis.

Es gibt schon vorkonfigurierte Cloud-Umgebungen, die diese Firmen schnell nutzen können, z.B. Office 365. Hier gibt es große Probleme mit dem Datenschutz. Dieses Programm kommt von Microsoft, einer amerikanischen Firma, für die deutsche und europäische Gesetze nur bedingt gelten. Es ist bekannt, dass diese Firma alle Daten nach Amerika weitergibt, auch wenn sie sagt, dass sie es nicht tun und Server in Europa benutzt. Das kann jetzt keiner nachprüfen – und was in der Zukunft kommt, weiß man auch nicht. Es gibt eine klare Aussage dazu vom Schulministerium, das von der Nutzung solcher Lösungen „abrät“ (das heißt, es ist nicht verboten, aber wenn‘s schief geht, selbst schuld!).

Die Realschulwolke benutzt NextCloud, eine freie Cloud-Umgebung und  OpenSource-Software. Es ist ein Server in Frankreich bei OVH angemietet worden, der nur für unsere Daten zur Verfügung steht. (OVH ist auch der Host unserer Homepage, d.h. wir nutzen dort bereits Serverkapazitäten.)

Die Einrichtung der Realschulwolke wird sich noch etwas hinziehen. Und selbst wenn sie da ist, heißt das nicht, dass sie sofort einwandfrei funktioniert. Das System ist technisch sehr komplex, einzelne Funktionen müssen getestet werden, damit sie auf allen Endgeräten gleichermaßen laufen. Vieles ist zwar theoretisch möglich, ob es aber tatsächlich so läuft, muss geprüft werden. Wie bei allen internetbasierten Anwendungen hängt auch viel davon ab, wie gut die Anbindung ans Netz und die Datenübertragung funktioniert.

Als erstes müssen alle Lehrkräfte und Schüler*innen einen persönlichen Zugang bekommen. Dazu wird eine Email-Adresse benötigt. An diese wird anschließend eine Einladungsmail mit einem Passwort versendet.

Leider haben wir in unserem Schulverwaltungssystem nicht alle Mailadressen der Eltern und Erziehungsberechtigten hinterlegt. Wenn Ihre Tochter / Ihr Sohn Schüler der Realschule ist, senden Sie bitte eine Email an den jeweiligen Klassenlehrer*in oder an das Sekretariat. Geben Sie darin den vollständigen Namen Ihres Kindes inklusive Geburtsdatum an und die Mailadresse, die später Kontaktadresse und Nutzernamen sein soll. Dies kann eine Mailadresse der Eltern, aber auch des Schülers direkt sein.